Verlegung von 1.000 qm Naturstein in denkmalgeschütztem Solitär
Rotes Rathaus steht auf Travertin
Das Rote Rathaus in Berlin ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und historisch überaus bedeutend. Der heutige Sitz des Regierenden Bürgermeisters wurde 1861 bis 1869 nach den Entwürfen des Architekten Hermann Waesemann als viergeschossiger Bau errichtet. Planerisches Vorbild des markanten vierflügeligen Gebäudes mit seinem blockartigen Äußeren und dem 74 m hohen Turm waren die Rathäuser der einst mächtigen Städte Italiens und Flanderns. Besonders beeindruckend und Namensgeber ist die leuchtend rote Backsteinfassade mit ihrem ungewöhnlichen Detailreichtum.
Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt und Anfang der 1950er Jahre wieder aufgebaut. Die Innenarchitektur wurde dabei grundlegend verändert und viele Räume stark vereinfacht oder im 50er-Jahre-Stil neu gestaltet. Infolge der Teilung tagte hier der Ost-Berliner Magistrat. Nach dem Mauerfall wurde das denkmalgeschützte Gebäude Schritt für Schritt saniert und modernisiert. Zur Zeit werden auf rund 1.000 qm Bodenfläche Teilbereiche der umlaufenden Flure restauriert und nach historischem Vorbild wieder mit Naturwerkstein neu belegt.
Es ist, als sei die Zeit stehen geblieben. Der Besucher der alten Behördengänge im Roten Rathaus fühlt sich zurückversetzt in die 50er / 60er Jahre. In den langen, grauen Fluren mit ihrem teilweise traurigen schwarzen Bodenbelag riecht es charakteristisch nach Linoleum und Pflegemitteln. Ein Ort mit wenig Aufenthaltsqualität. Doch die Atmosphäre im Rathaus insgesamt ist eine andere. Schon am Eingang wird man freundlich und hilfsbereit empfangen. Nun sollen auch die letzten Bausünden der Vergangenheit denkmalgeschützt behoben und dem historischen Vorbild angeglichen werden, denn ursprünglich waren beispielsweise diese Rathausflure mit schönen, hellen Natursteinfliesen belegt. Pragmatisch hatte man sie in der Vergangenheit in Teilen einfach durch schwarzen Linoleumbelag ersetzt. Hier den Originalzustand wieder herzustellen ist Aufgabe von Bauleiter Andreas Wingerdt und seinem Handwerkerteam, der Firma Münch Fliesenausführung GmbH, Berlin. Angesichts der alten Bausubstanz und des parallel laufenden Behördenverkehrs eine nicht immer ganz einfache Aufgabe.
Alte Bausubstanz hält Überraschungen bereit
Seit Dezember läuft die Baustelle. In vier Bauabschnitten werden jetzt Zug um Zug in den Fluren und angrenzenden Bereichen Natursteinfliesen aus Travertin auf rund 1.000 qm neu verlegt. Aber schon der erste Bauabschnitt vor Weihnachten hielt gleich mit seinen harten Witterungsbedingungen eine erste Bewährungsprobe für die Berliner Profis bereit. Teilweise waren die angelieferten Natursteinfliesen so fest miteinander verfroren, dass sie zunächst aufwändig ins Innere verlagert und dann behutsam aufgetaut werden mussten. Aber auch die eigentliche Baustelle entpuppte immer wieder Überraschendes. Dabei sollte alles sehr schnell und weitgehend geräuschlos gehen, da in den flurangrenzenden Büros die Verwaltungsarbeit weiterlief. Geräuschintensive Tätigkeiten konnten hier nur nach Feierabend, bis 7:00h morgens oder am Wochenende erfolgen und auch nur dann, falls keine Sitzungen oder Führungen stattfanden. Ähnliches gilt für die nachfolgenden Bauabschnitte.
Zu Beginn der Arbeiten im ersten Abschnitt musste zunächst der vorgefundene schwarze Linoleumbelag kraftvoll herausgerissen und die darunterliegende vielfach dicke Ausgleichsmasse umfangreich abgefräst werden. Je nach Zustand der alten Bausubstanz musste sogar der Estrich in Teilen ganz rausgenommen werden. Für Andreas Wingerdt ist dies zugleich das Spannende auf der Baustelle: „Hier weiß man nie, was einen unter dem alten Linoleumbelag erwartet. Im Zweifel gilt es, sehr schnell und flexibel zu reagieren. Aber so, gleicht auch kein Tag dem anderen,“ wertet er es „sportlich“.
Grundvoraussetzung für die Verlegung von Naturwerkstein ist ein sauberer, tragfähiger und absolut toleranzfreier Untergrund. So wurden im nächsten Schritt die freigelegten Estrichflächen gesäubert, wo notwendig verklammert und mit ARDEX PR5 verharzt sowie herausgerissene Teile aufgrund der engen Zeitvorgabe mit dem schnellen 4-Stunden Estrich-Bindemittel ARDEX A38 ergänzt. Sodann wurden die Flächen mit schnellen Bodenspachtelmassen im System absolut planeben nivelliert – je nach erforderlicher Schichtdicke mit ARDEX K 33 oder ARDEX K 36.
Als zusätzliche Herausforderung erwiesen sich in diesem alten Objekt zwei weitere bauliche Situationen: der Bereich der Türzargen und der Wandanschlüsse. Die Türen sind hier oftmals von unterschiedlicher Höhe, und die einzelnen Türdurchgänge zu den Büros weisen teilweise leichte Steigungen oder auch Gefälle auf. Um hier keine Stolperfallen in den Bodenbelag einzubauen, erforderte die Verlegung der Natursteine viel individuelle Detailarbeit. Das gilt auch für den Bereich der Wandanschlüsse. Schon zu Beginn erwies sich der Untergrund hier vielfach als besonders uneben. Hinzu kommen viele Rohrdurchlässe, Heizungsnischen oder auch eine grundsätzlich weniger lotgerechte Vermaßung der langen Flure, sodass Standardzuschnitte „in Serie“ selten möglich sind. Gefragt vielmehr ist individuelles Maßnehmen und Zuschneiden.
Verfärbungsfreie Verlegung
So wird auf der Baustelle effizient in 2er-Teams gearbeitet. Während der eine aufmisst und zuschneidet, verlegt der andere. Zum Einsatz kommt nussbraun gebänderter Travertin im Format 40 x 40 x 1 cm. Bereits im ersten Bauabschnitt bewährte sich das Verlegen aus der Flur-Mitte heraus mit ganzen Platten nach lasergestütztem Aufriss bis nachfolgend hin zu den individuellen Anschnitten im Wandbereich. Als wichtig erwies sich dabei, das zu verlegende Material genau zu kennen, denn einige Natursteinsorten enthalten mineralische oder fossile Substanzen, die im Kontakt mit Mörtelfeuchtigkeit zu unerwünschten Reaktionen oder Verfärbungen im Belag führen können. Das erfahrene Handwerkerteam um Andreas Wingerdt setzte bei diesen hoch belasteten Flurbereichen von Beginn an auf den schnellen und sicheren Verlegemörtel ARDEX X 32. Sein eingebauter ARDURAPID-Effekt sorgte für eine rasche, kontrollierte Trocknung. Bei diesem einzigartigen System wird das Anmachwasser vollständig kristallin gebunden und verhindert so das Eindringen von Feuchtigkeit in die Natursteinoberfläche. Im Ergebnis ergab dies eine verfärbungs-, ausblühungs- und verformungsfreie Verlegung mit schneller Begeh- und Verfugbarkeit. Auch beim Verfugen selbst blieben die Berliner Profis im System und setzten auf die Mamorfuge ARDEX MG in jurabeige, um auch hier mögliche Verfärbungen im Randbereich sicher zu unterbinden. Abschließend wurden die Flächen gewaschen, grundgereinigt, imprägniert und final mit Silikon versiegelt. Trotz aller Hektik und mancher Überraschung ist Wingerdts Resümee nach dem 1. Bauabschnitt ausgesprochen positiv: „Die alte Bausubstanz und auch die sonstigen logistischen Anforderungen verlangen von uns viel Einsatz. Aber an diesem historischen Ort ist das auch spannend und zugleich abwechslungsreich. Dank unserer Erfahrung und der richtigen Materialwahl können wir anstehende Probleme schnell und fachgerecht lösen.“ Und wenn dann abschließend die Maler hell gestrichen haben, dann werden nach Ende der vier Bauabschnitte auch diese Rathausgänge ihre frühere traurige Anmutung gänzlich verloren haben und die Besucher entsprechend dem historischen Vorbild mit schönem, warmem Travertinstein empfangen. Bis Ende des Sommers sollen alle Verlegearbeiten abgeschlossen sein.
Für Rückfragen:
ARDEX GmbH
Andreas Nolting
Tel.: 02302 664-263
Fax: 02302 664-300
E-Mail: nolting@ardex.de
Bautafel
Objekt:
Rotes Rathaus Berlin-Mitte
Ausführung:
hier: Travertin Verlegung Flure
Münch Fliesenausführung GmbH, Berlin
www.muench-fliesenausfuehrung.de
Beratung:
Stefan Schiller
www.ardex.de
Produkte:
ARDEX PR 5, Schnellreparaturharz
ARDEX A 38, 4-Stunden Estrichbindemittel
ARDEX P 52, Grundierdispersion
ARDEX K 33, Universalspachtelmasse
ARDEX K 36, Ausgleichsmasse
ARDEX X 32, Flexibler Verlegemörtel
ARDEY MG, Mamorfuge
ARDEX ST, Naturstein-Silikon









